★ Buenos Días, Fremder ★
23.11.2018
Auf meiner Tour durch Guatemala erhielt ich einen ganz speziellen Tipp. Nicht weit von Todos Santos im Norden des Landes gibt es einen Viehmarkt, der einmal in der Woche stattfindet und von Reisenden normalerweise ignoriert wird. Oder anders gesagt, niemand weiß wirklich, dass es in der Hochlandsteppe zwischen verstreut liegenden kleinen Örtchen, dürrem Gestrüpp und Agaven einen solchen faszinierenden Markt gibt. Und möglicherweise weiß auch niemand, wo sich das Marktfleckchen so ganz genau befindet. Die besten Voraussetzungen also, dort einmal genauer nachzusehen.
Von Todos Santos aus bin ich per Anhalter zu einer Stelle namens Comedor Cuchumatanes gefahren. Das ist schlicht eine Garküche, die sich an einer Straßenkreuzung befindet. Von dort aus ging es dann zu Fuß weiter über staubige Pfade. Zuerst in der Richtung, die mir mein Fahrer wies. Später merkte ich, dass ich nicht ganz alleine war auf dem Weg. Einzelne Einheimische bewegten sich nämlich auch auf den Markt zu. Einige spazierten dahin, andere transportierten etwas. Alle grüßten freundlich mit buenos días und der Frage, was sucht so einer wie du denn hier?
Die kleine Wanderung wurde somit zu einem Vergnügen an einem schönen Tag. War es nachts noch kühl gewesen, strahlte die Sonne jetzt unerbittlich von oben herab.
Auf einem der bunten Friedhöfe, die am Wegesrand lagen, ergab sich eine sehr spezielle Begegnung. Später, auf einem anderen dieser Friedhöfe, habe ich meine Beine in die Hand genommen. Das ist aber eine andere Geschichte.
Den Markt habe ich gegen Mittag erreicht. Hier wurden Hühner, Schafe, Kühe zum Verkauf angeboten, alle möglichen sonstigen landwirtschaftlichen Produkte, ganz viel Essen und Plastik-Nippes.
Da ich keinen anderen Ausländer dort erkennen konnte, musste ich wohl der einzige sein. Entsprechend lagen alle Blicke auf mir. Aber nicht schlimm. Alles war voll Freundlichkeit und Neugier. Ein spannender Besuch.
Die Fotos entstanden mit der Olympus PEN-F.















